1 Jahr Maya Tongba in Europa


Vor ziemlich genau einem Jahr, an einem Regentag im November 2018, erreichte eine Palette vollgeladen mit quadratischen Kartons unseren Lagerraum in Mainz. Die Palette kam von unserem Produzenten im Berchtesgadener Land und beinhaltete die erste industriell produzierte Lieferung Maya Tongba. Nach unserem Kenntnisstand war dies gleichzeitig die erste industriell produzierte Lieferung Tongba überhaupt, irgendwo auf der Welt. Schließlich werden doch einheimische Restaurants in Nepal vor allem von den Köchen und Köchinnen persönlich beliefert, oftmals mit frisch fermentierter Tongba in Plastiktüten.

 

Im Winter 2018 begannen wir also, Maya Tongba in nepalesischen Restaurants dieses Landes anzubieten. Wir hatten uns bewusst dazu entschlossen, zum Beginn ausschließlich über Wirte zu verkaufen, die Tongba bereits kennen und die passenden Gerichte ihren Gästen ohnehin jeden Tag anbieten. Nur so konnten wir sicherstellen, dass Maya Tongba immer perfekt serviert und angerichtet wird. Von diesen Wirten haben wir in den letzten Monaten viel gelernt, über Tongba, über nepalesische Restaurants, und über den Verkauf von Tongba in nepalesischen Restaurants. 

 

Hier sind unsere wichtigsten Erfahrungen:

 

Zuerst, und das ist für uns das Wichtigste, der Verkauf von Tongba in Restaurants funktioniert. Wir arbeiten mit vielen Wirten zusammen die uns erzählen, dass ihre Kunden aktiv nach Maya Tongba fragen. Sei es weil sie es bei ihrem letzten Besuch im Restaurant bereits probiert haben, sei es weil sie Tongba direkt aus Nepal kennen. Um diese Kunden bedienen zu können, bestellen unsere Restaurantpartner  Maya Tongba immer und immer wieder nach, und immer noch leuchten bei jeder Bestellung unsere Augen.

 

Zweitens, und auch das haben wir gelernt, Maya Tongba schmeckt nicht jedem. Und das ist okay. Ein Berliner Wirt filmte einen seiner Stammgäste dabei, wie er Maya Tongba probiert - und lautstark seinen Unmut kundtut. Er würde doch lieber bei dem Bier bleiben, das er schon die letzten Jahrzehnte trank. Das ist schade, aber wahrscheinlich auch nicht verwunderlich. Der Geschmack ist neu, in Deutschland unbekannt. Glücklicherweise erhalten wir deutlich mehr positives Feedback, Rückmeldungen dass Gäste den neuen Geschmack zu schätzen wissen und von der Abwechslung begeistert sind.

 

Spannend war für uns auch die dritte Lehre aus dem letzten Jahr: Maya Tongba funktioniert noch besser mit der passenden Hintergrundgeschichte. Gäste waren extrem dankbar, wenn Wirte ihnen von der Bedeutung Tongbas in Nepal erzählt haben. Davon, dass der Yeti angeblich der größte Fan von Tongba ist und Einheimischen die Vorräte klaut. Und Wirte waren uns extrem dankbar, wenn wir ihnen ein paar Tipps an die Hand gaben. So wird zum Beispiel der traditionelle Aluminiumcup, in dem Maya Tongba serviert wird, schnell warm. In Nepal ist dies durchaus gewünscht, kann man sich so doch schön die Hände am Becher wärmen. Eben dieses Erlebnis wollten wir auch mit unserem Becherdesign beibehalten und eben nicht auf standardisierte europäische Allerweltsbecher übergehen. Oder auf unhygienische Holzbehälter. Wir bitten Wirte also mittlerweile aktiv, ihren Gästen diese Becher zu erklären - und konnten so schon die eine oder andere heiße Hand vermeiden.

 

An keinem Tag im letzten Jahr haben wir vergessen, dass der Verkauf von Tongba in Europa nicht selbstverständlich ist. Dass wir ein neues Getränk auf den Markt gebracht haben, was hier unbekannt ist, nicht produziert wird, nicht serviert wird, nicht getrunken wird. Alle unsere Erfahrungen sind für uns daher unbezahlbar. Wir sind unendlich dankbar, mit einigen der besten nepalesischen Restaurants und einigen der flexibelsten und professionellsten Lieferanten arbeiten zu dürfen, die dieses Land zu bieten hat. Und freuen uns darauf, noch viele weitere Erfahrungen machen zu können.

 

Bis bald auf eine Maya Tongba! Iris & Tobias.


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