Tongba: Die 5 häufigsten Fragen

Oktober 01, 2016

Fragende Blicke sind die mit Abstand häufigste Reaktion, wenn wir von unserem neuen Tongba-Business erzählen. Verständlich, denn außerhalb der Bergregionen Nepals ist Tongba kaum bekannt. Selbst in Nordindien und den tiefer gelegenen Gegenden in Nepal müssen wir oft ein wenig genauer erklären, was Tongba eigentlich ist. Wir haben deshalb ein paar Antworten auf die fünf häufigsten Fragen zu Tongba in diesem Post gesammelt.

 

1.) Was ist Tongba?

Tongba ist ein nepalesisches Getränk aus fermentierter Fingerhirse. Zum Trinken schütten Einheimische die feuchte Hirse in einen hohen Becher und gießen sie mit heißem Wasser auf. Nach ein paar Minuten ist die Tongba dann trinkfertig und kann als Heißgetränk durch einen präparierten Strohhalm getrunken werden. Die Vorbereitung des Strohhalms ist dabei wichtig, da nur das Wasser trinkbar ist - die Hirse verbleibt im Becher und speichert die Hitze für längere Zeit. Im Winter hält Tongba so angenehm warm. Aber auch im Sommer findet man Tongba an vielen Orten des Landes, schließlich kommen ja auch Tee und Kaffee bei wärmeren Temperaturen nicht aus der Mode. 

Streng genommen ist Tongba eigentlich der besondere Becher, im Alltagsgebrauch der Einheimischen hat sich die Bezeichnung "Tongba" allerdings für Becher und Getränk gleichermaßen durchgesetzt.

Tongba in Nepali Bar

 

2.) Woher kommt Tongba?

Viele Quellen schreiben die Erfindung von Tongba den Limbu-Stämmen in Ostnepal zu. Limbus sind eine Art Textil-Tibetaner, die in den höher gelegenen Regionen Nepals zu Hause sind. In der Tat macht diese Erklärung auch Sinn: In den Bergen ist es kalt, Tongba hält warm: Eine klassische win-win Situation. Tongba ist bei den Limbus extrem bekannt und üblich, auf vielen Bildern posieren sie mit Tongba-Bechern.

Die verwendete Fingerhirse wächst allerdings eher in wärmeren, feuchten Regionen - im mittleren Osten, in Indien, oder in tieferen Himalayagebieten. Die Limbus müssen sie also aus dem Tal in die Berge transportieren um sie dort verarbeiten zu können.
 

3.) Wie schmeckt Tongba?

Die kurze Antwort: Anders als alles, was du bisher getrunken hast. Warm, angenehm, ein bisschen süßlich - das sind die häufigsten Begriffe, die wir von Nicht-Einheimischen gehört haben. Im Netz finden sich viele Erfahrungsberichte von Leuten, die Tongba in Nepal probiert haben. Wir können insbesondere empfehlen: 

Probiert am besten selbst und erzählt uns gerne, wie ihr den Geschmack von Tongba beschreiben würdet. Wir lieben übrigens schon den Geruch - der ist nicht so streng wie beispielsweise der Hopfengeruch beim Brauen von Bier sonder erinnert eher an eine Kuchenbäckerei.

 

4.) Ist in Tongba Alkohol?

Ja. Durch die Fermentierung der Fingerhirse entsteht ein Alkoholgehalt von ca. 3%. Damit ist Tongba deutlich schwächer im Alkoholgehalt als Bier oder Glühwein. Die Wärme hat allerdings zusätzlich noch eine entspannende Wirkung: Wie ein guter Tee hilft auch Tongba, abends mit Freunden ein wenig runter zu kommen und den Tag hinter sich zu lassen.

Trotz oder wegen des Alkoholgehalts sind wir übrigens unsicher, wie wir Tongba am Besten klassifizieren können. Deutsche Braumeister nennen Tongba oft Tee, die Sherpas tendieren eher zu "Hot Beer", also heißem Bier.

 

5.) Ist Tongba gesund?

Ein Getränk ist so gesund wie seine Inhaltsstoffe. Für Tongba sind dies Fingerhirse, Hefe und Wasser. Natürlich ist die Hirse dabei die wichtigste Zutat: Einheimische verwenden für Tongba nepalesische Fingerhirse, eine dunkle Hirsesorte mit einem hohen Anteil an Calcium - etwa 10-mal mehr als traditionelle Hirse.

Die Zubereitung erfolgt komplett natürlich, also ohne jede Form von chemischen Inhaltsstoffen oder Geschmacksverstärkern. Sherpas in Nepal schreiben Tongba übrigens noch deutlich positivere Eigenschaften zu. Sie reinige den Geist, das Blut und den Körper, sagen sie. Allerdings taten wir uns bisher schwer, diese Aussagen im Labor nachzuvollziehen.

 

Soweit unsere Einführung in die Welt der Tongba. Für unser Produkt Maya Tongba, das wir auf dem deutschen Markt verkaufen, halten wir uns übrigens extremst eng an das Originalrezept der Sherpas. Auch wir verzichten auf jede Form von Geschmacksverstärker, Stabilisatoren oder zusätzliche Chemikalien. So könnt ihr euch beim Trinken wirklich wie ein echter Sherpa fühlen.



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